Leben und Werk von Nikolaus Reinartz,
Pfarrer und Heimatforscher - Ein Projekt von Nikola-reinartz.de und Nikolaus-reinartz.de





Das Leichenbegängnis des Grafen Dietrich IV. von Manderscheid-Schleiden 1551.

In dem für unsre rheinische Geschichte belangreichen Herzoglich Arenbergschen Archive – vgl. Übersicht über die Archive des Kreises Schleiden von Krudewig, S. 54–71 –, welches nunmehr als Fond d'Arenberg der Verwaltung des Belgischen Staatsarchivs in Brüssel, Montagne de la cour 27 a, untersteht und Dank mehrjähriger Arbeit des Staatsarchivars Mr. Ed. Laloire zum großen Teil inventarisiert und der Benutzung zugänglich ist, befindet sich Châsse 4185b no 55 ein mehrseitiges geheftetes Aktenstück mit der Aufschrift: „Leich begengnus unkosten“ und einer Beifügung von späterer Hand: „sine anno et dato et nomine defuncti.“ Es kann aber keinem Zweifel unterliegen, daß es sich um die Beerdigung des Grafen Dietrich IV. von Manderscheid-Schleiden, eines der bedeutendsten Eifler Dynasten, handelt. In seiner ein halbes Jahrhundert 1501–1551 währenden Regierung hat er sein Herrschaftsgebiet, das mit Manderscheid, Virneburg, Kerpen, Neuerburg, Cronenburg einen großen Teil der Eifel umfaßte, speziell aber Schleiden zu großer Blüte gebracht, deren Erinnerung: „zu Graf Dietrichs Zeiten“, noch lange sich im Volke erhalten hat. Aber auch an der religiösen Bewegung der Zeit und der kirchenpolitischen Entwicklung nicht nur innerhalb der Erzdiözese Köln sondern auch im Deutschen Reiche hat er hervorragend Anteil genommen. Seine Stellungnahme war dabei immer eine ausgleichende und vermittelnde. So mit Wilhelm von Neuenahr beim Schmalkaldener Bund oder 1540 an der Seite Groppers beim Wormser Religionsgespräch, dem er mit präsidierte, und auf dem Reichstag zu Regensburg im folgenden Jahre. Mit dem ihm persönlich verwandten Erzbischof Hermann von Wied – die Mutter Dietrichs, Mechtild von Virneburg, und Hermann waren Geschwisterkinder – hat ihn zeitlebens vertraute Freundschaft und lebhaftes Interesse für eine kirchliche Reform verbunden. Als jener dann zum Protestantismus übertrat, ist Dietrich zeitweilig in gleichen Verdacht geraten 1), ja auch in unsern Tagen noch von dem Geschick betroffen worden, unter die Väter und Begründer der rheinischen (evangelischen) Kirche gezählt zu werden. 2) Unser Aktenstück dürfte nun hierüber Endgültiges sagen.



Vorerst aber der Nachweis, daß es sich bei dem kulturgeschichtlich nicht weniger interessanten Dokument wirklich um Dietrich IV. handelt. Als Schreiber und Rechnungsführer ist genannt Philippsen Wylhelm, der Bruder Joh. Sleidans; 3) „... han ich Philippsen Wylhelm dem priester vor presentz zu geben gehantreicht 100 mark, hat myr der durch den vagdt wedergeliebert 66 mark, kompt also was vor presentz ausgeben auf 34 mark facit 8 gld 12 alb.“ Dieser Wilhelm Philippsen, nach dem Großvater auch Siberti genannt, war 1527/28 geboren und starb bereits am 16.9.1563, wie der Nekrolog sagt: civis incomparabilis, vir Nestorea senectute dignus.“ 4) Es kann sich also bei der Bestimmung dieses Leichenbegängnisses nur um eine verhältnismäßig kurze Zeitspanne nicht nach 1563 handeln. Dieselbe wird noch mehr eingeengt durch die Anführung folgender Spende zum Leichenschmaus: „Hat myn G. H. Hertzoch zu Gulich eyn gantzen hyrsch & myn gnädigster Her van Coln der aldt eyn halben hyrß durch eynen Jeulischen thener von Roed hergesant; den der die bracht geben dry daler und den voirknechten ½ daler fc 7 gld 3 ½ alb.“ Der „alte gnädigste Herr von Köln“ kann hier nur der 1547 abgedankte Hermann von Wied sein, der dann auch 1552 bald nach Dietrich IV. starb. Der ganze Apparat der hochgräflichen Bestattungsfeierlichkeiten, wie wir noch sehen werden, paßt aber nicht zur Beerdigung irgendeines nachgebornen Junkers, 5) sondern nur für die Trauerfeier eines regierenden Herrn zu Schleiden, und da kommt für die Zeit von 1547–52 eben nur Dietrich IV. in Betracht.

Über die kirchliche Totenfeier geben nun abgesehen von den oben bereits angeführten Presentzgeldern, das ist Anwesenheitsgebühren für die am Totenoffizium teilnehmende Geistlichkeit, noch folgende Aufstellung der Rechnung 6) Auskunft:

, der apt zo sanct Merten zo Trier ist auff begern M. G. H. (Dietrich V.) auff der begenknuiß M. G. H. godtselichen gedächtniß (Dietrich IV.!) hy gewesen; den durch J. Philippsen Homberg geben 8 daler & seynem cappellan geben eynen daler.

, der apt zo Hemerhaedt ist gleichfalls hy gewesen; hat nixt wollen haben; also hat J. Hombergh aus der presentz einen daler genommen & von S. W. wegen in dy kuche geschenkt, noch synem cappellan geben eynen daler.

, der apt zu Steynfeldt ist gleich falß hy gewesen, hat nixt haben willen; aus der presentz J. Homberg in dy kuchen von S. W. wegen geben 1 daler; cappellan wie oben.

, han ich bei dem pastor holen lassen vor offerheller in zweyen myssen 7 gld 15 alb, darbey noch gedaen dy offerheller, so in zeyt M. G. H. selichen begräbniß geobert & der kelner hinder yme gehabt: daran geobert 100 heller, dy myr Jacob Hutter wederbracht, synt vort umb gotzwyllen geben fc 7 gld. 15 alb.

, noch vor dy hern zo offern dysse dry dag außgeben 648 rader stüber, der hat myr J. Hutter werdergeben 113, also bleiben noch 545; han die rader stüber zo Cöln auffbracht, vor eynen geben 10½ hl.

, durch den vaegt den armen umb gotz wyllen geben 3452 rader stüber; han dy zo Coln auffbracht & vor eyn geben 10½ hl fc 125 gld 20½ alb.

Unzweideutig ergibt sich aus diesen Angaben als abschließendes Bild der religiösen Haltung Dietrichs „des Weisen“: dem Bande der Freundschaft, das ihn zeitlebens mit Erzbischof Hermann verbunden hat, ist er auch nach dessen Übertritt zum Protestantismus treu geblieben, selber aber ist er dessen Wege nicht gegangen. Wie er im Interesse des kirchlichen Friedens, nachdem die päpstlichen und kaiserlichen Absetzungsedikte ergangen waren, jenen zur freiwilligen Amtsentsagung bewogen hat, so hat er selber auch bis zu seinem Tode an der kirchlichen Einheit festgehalten. Er ist, wie es auch der damalige Schleidener Pfarrer Servatius Hyrt † 1569, 7) den J. O. Müller gleichfalls für den Protestantismus reklamiert, in seinem Testamente noch zwei Jahre vor seinem Tode für sich anordnete, ebenfalls „nach christlich wohlhergebrachtem Brauch zur Erden bestadt worden“ mit kirchlichen Vigilien und Totengebeten der Geistlichkeit, mit Begräbnisopfer und zweitägigen nachfolgenden Begängnismessen unter Assistenz hoher Würdenträger der Katholischen Kirche; dabei ist gleichzeitig der Armen in hervorragender Weise gedacht worden. Dem entspricht, daß an dem von dem Grafen begründeten Hospital zu Schleiden nach Ausweis der Hospitalrechnungen 8) die gestifteten Seelenmessen noch lange nach dessen Tode regelmäßig gehalten worden sind gemäß der persönlichen Anordnung desselben: 9) „Item ob einige fundationen von meeßen oder andern dergleichen in solche spitall geordnet weren oder wurden, dieselben sollen pleiben, nit geendert noch abgetan, sondern damit gehalten werden, wie gestifft; es were dan sach, daß solchs durch ein gemein oder national concilium verändert würd.“ Ebenso die Stiftungsurkunde Dietrichs IV. für das Armenhaus in Neuerburg: 10) „Item fundationes ille et misse in hoc ptochodochio prout ordinate sunt, ita quoque permanebunt juxta veteres institutiones immutate et minime abrogentur et omnino fiet de istis quod de aliis plerisque rebus iuxta decreta et instituta concilii, cujus authoritatem in his similisbusque rebus sequi moris atque receptum est.“ Man sieht klar: so sehr der Eifler Graf um einen Ausgleich zwischen den katholischen und den protestantischen Ständen bemüht ist, die Grundhaltung seiner Seele, der er bis zu seinem Tode treu geblieben, ist die für das Haus Manderscheid traditionelle, die katholische, gewesen. 11) Gerade die Frage der Seelenmessen und frommen Stiftungen ist ja nicht nur ein praktisches Kriterium, sondern führt zutiefst in die Unterscheidungslehren ein, da sich hier die verschiedenen Auffassungen von Rechtfertigung und Vergeltung und dem Wesen der hl. Eucharistie wie in einem Brennpunkte treffen – oder ihren Ausgang nehmen! Erst mit dem Tode Pastor Hyrts verschwinden die Seelenämter aus den Hospitalrechnungen, und 1572 werden die Einkünfte der Stiftungen unter die lutherischen Kirchendiener geteilt, ohne daß die Verpflichtungen mehr erfüllt werden.

Es folgen in den Leich begengnus unkosten nun die Aufwendungen für die Bewirtung der Trauergäste. Wie viele derselben in diesen drei Tagen beköstigt worden sind, läßt sich leider nicht ermitteln, sonst könnte man fast an die Leistungen der Homerischen Helden denken, wenn man folgende Einzelheiten liest: 12)

5975
549
1
277
6

4
332
24
10
4
4
26
300
38

14
16
10
1
3
14

6
30
7
4
4
4
4
6
1
6
1
2
1
eyn
20
13
5
2
10
41
3
10
3
3
2

eier; 100 zu 12 alb
hanen; das Stück 15 hl – 1 2/3 alb; 50 hanen von der Neuerburg
Salm von 31 Pfund; das Pfund zu 5 ½ stüber
Schneppen & Veldthoner zu 28 hl – 1 rad alb; dazu noch 25 von der Neuerburg
großer Oxen synt ganß darauff gangen, jeder zu 12 daler; durres ryntfleysch aus dem vleißhaus & hemmelen; keine Zahl angegeben
grober schwyn, ist eyn nyt myn dan 8 gld werdt; synt hy in sloß gezogen
pfund spex; 1 ctr zu 11 gld
spynvirckel je 11 alb
westphalische schinken, wagen 105 ½ pfund, jedes 2 alb 10 hl
groeße kapaun fc 1 gld 8 alb
rhe
andtvogel (Enten), je 3 ½ alb
oesteren (Austern); 100 zu 16 ½ ?
pfund parmesan – 4 ronder lyntersche (?) kese – 4 große haeffer (?) kees –
2 kruse keeß (?) 1 daler
pfund amandelen, jedes 4 alb
pfund praumen von damasto (Pflaumen von ?), jedes 3 alb
pfund reyß, jedes 2 alb
pfund vynchell 4 ½ alb
pfund corinthen, jedes 6 alb
pfund rosinen, jedes 2 ½ alb
quart 1 pynt baum olichs; eyn quart 10 alb
quart oliven, jedes 6 alb
lumonen (Citronen) je 8 hl
pfund capperen, jedes 4 ½ alb
hoed zucker canari (von den Kanarischen Inseln); 1 pfund 9 alb
hoed zucker Thomas (von St. Thomas); 1 pfund 6 alb
pfund datteln, jedes 21 alb
pfund ymber, jedes 27 alb
pfund peffer, jedes 25 ½ alb
pfund muskaten 42 alb
pfund blomen, jedes 7 gld
pfund nell 2 gld 6 alb
pfund peyffer kneel, jedes 9 mark
pfund saffran 5 ½ daler
ganz pefferdoech heldt 50 elen – 4 gld 18 alb
pfund castanien, jedes 16 hl
sümber eppel, 5 sümber beren, jedes zu 14 alb
vertel posteppel (veredeltes Obst), jedes 4 alb
sümber beren 1 gld 4 alb
thoren vendelsche (?) zuckerkoeggelcher 4 gld 10 alb
pfund pefferkoecher, jedes 20 hl
pfund kneel confet, jedes 18 alb
pfund gemeynen confetz, jedes 7 alb
pfund coriander confet, jedes 7 alb
pfund canvr (?) confet, jedes 7 alb
pfund amandelen confet 1 gld 6 alb.

Dazu kommen die Gastgeschenke der Teilnehmer oder zur Trauerfeier Geladenen. Der ganze Hirsch vom Herzog von Jülich und der halbe von dem frühern Kölner Erzbischof wurden schon erwähnt. Weiter sind wegen des verabreichten Trinkgeldes an die Überbringer in der Rechnung angeführt:

M. G. H. van Prum veyr leuff vam hyrß hergesandt – Trinkgeld eyn hoens gld = 21 alb

M. G. H. van Reyfferscheyt eyrstlich hergesant eyn halben hyrß – Trinkgeld zwey sleiffer = 29 alb; noch S. G. 9 par kneyn & 9 par veldthoner, noch 5 gebond wyngartzvogel & 30 karpen – Trkg. 7 alb

der amptman zo Reyfferscheyt 2 groesse ael – Trkg. 4 alb

M.G. H. van Neuwenar 23 kneyn & veyr wylder antvogell – Trinkg. 27 alb
der jeulischer landtrost 4 ½ par kneyn & 9 par veldthoner – Trinkg. ½ daler
der Her van Drymborn eyn rhe – Trinkg. ½ daler – 30 alb

Junker Beyssel 8 veldthoner; Metternich zo Heystart 2 hasen; J. Christoffel v. Virneburg etzlich keesgen geschenkt – Trkg. 6 alb
von der Neuerburg noch 5 hasen & 7 hase pasteden.

Für ihre gewiß nicht leichte Arbeit wurden entlohnt Meyster Heynrich, der colnische koch aus befel M. G. H. mit 6 eelen schwartz kourdoechs = 6 daler; sein Kollege Meyster Hanss v. d. Neuerburg koch erhielt nur 2 daler; die Aushilfe in der Küche wurde mit 1 alb den Tag bezahlt.

Die Aufrechnung der Getränke ist weniger detailliert gehalten; nach der sehr unbestimmten Angabe: „außer was in der herberge getrunken“, werden hauptsächlich ohne Kostenangabe notiert: eyn weiß foder weyns und zwey zolest (ein kleines Stück) bleychen weyns. Besonders angeführt werden noch 81 quart neuen weyns, jedes 3 alb; 12½ quart bastartz (gesüßter Wein), jedes 10 alb; 10½ quart venedissche malveseyr, jedes 28 alb; 6 quart lambressche (?) muß, jedes 3½ alb. – Die „wein & bierpöt“, die „braitpan & schotteln“, welche angeschafft oder ausgebessert wurden, seien hier übergangen.

Ein ganz wesentlicher Teil der Aufwendungen bezieht sich auf die Trauerkleidung. ... zo der traur clydongh zo Aechen gelden lassen eyn schwartz engelß doech, heldt 36 eelen, ein eel vor eyn daler; dry gantzer schwartzen keurdoecher (wohl Trauerbehang im Chor der Kirche), zosamen 102 steckeelen; noch acht vulferscher (?) keurdoecher, hant gehalten 147 steckeelen; die sechs gantze schwartze doecher, jedes 32 eelen, die eel 27–28 alb; noch vor dy so dy torteysen (=tortzen, große Kerzen, Fackeln) halten 26½ eelen schwarz doech; Mr Niclaeß dem scholmeyster zo eynem wammeß 4½ eelen barcheß zo voderong der cleydong 117 eel gelen & 105 eel weiß voderdoch die eel 8 alb. Zwey schwartzen doecher slecht, ist den armen gegeben, 56 eelen zu 19 alb; drey grau lymchs(?) doecher desgleichen, 105 ellen zu 14 alb.

Entsprechend ist der Aufwand an dem Trauergeleuchte: 70 tortzen, jede 10 alb; 60 pechkrentz, 186 pfund Wachskerzen, noch 254 pfund vussels zu kertzen verarbeiten lassen. Hierher gehört auch: „Mr. Johan, der meler, hat die tortzen gefärbt, die wapen & waß weyters nödich gemalt, fc 13 gld 12 alb.“ Endlich: „... hab ich zo Collen auff M. G. H. graff durch Piter Hovel gelden laessen eynen bluen graffsteyn 13) von 9 voessen, davor zu Collen geben 7 daler 6 alb; dy nachbarn zo Houlzheim hant den steyn hergefort.“ Die gesammten „Leich begengnus uncosten“ werden mit 1780 gld addiert; davon kommen auf die Gebührnise der Geistlichen 57 gld; an Almosen für die Armen 125 gld, an Aufwand für Trauerkleidung 824 gld, – hier wiederum 105 gld für Arme. Es ist jedoch kein Zweifel, daß die wirklichen Unkosten sich höher belaufen haben, da der Verbrauch an eignen Vorräten in Keller und Speicher, aus Naturalpacht und eignem Wirtschaftsbetriebe nicht darin verrechnet wurde. Dies ergibt sich klar aus manchen Posten, wo der Wert nicht in Rechnung gebracht ist, wie aus der Überlegung, daß Dinge wie Milch und Mehl gar nicht aufgezählt werden und zu den erwähnten „Bierpöt“ auch ein entsprechender Inhalt gehört.

Von der Bestattung Margaretas von Sombreff, der ersten Gemahlin Dietrichs IV., wird in der Eiflia illustrata III, 1, 1, S. 118 erzählt, daß sie sehr glänzend gewesen sei; außer den Prälaten sollen an derselben 204 (?) Geistliche teilgenommen haben. Wenn auch die Beteiligung der Geistlichkeit an der Beerdigung des Grafen selber wahrscheinlich nicht eine so große gewesen ist, so dürfte unsre Quelle den Nachweis erbracht haben, daß sie an Feierlichkeit und Gepränge jener ersten keineswegs nachgestanden hat und wir überhaupt die Regierungszeit Dietrichs von Manderscheid-Schleiden, die Blütezeit der Eifler Eisenindustrie 14), als einen Glanzpunkt in der Geschichte des Eifellandes betrachten dürfen.

Kreuz-Weingarten.

Nikolaus Reinartz.









Anmerkungen

  1. Vgl. Brief des hl. Petrus Canisius an Joh. Gropper vom 24. Januar 1547, Geislingen, bei Varrentrapp, Hermann v. Wied, II. 113.

  2. J. O. Müller, Reformation in der Grafschaft Schleiden (Aus den Eifelbergen) p. 31 und in Monatshefte für Rheinische Kirchengeschichte, 1916, p. 129 dessen Polemik gegen Becker, Die Reformation in der Eifel (Geschichte des Dekanates Blankenheim), und Peters, Aus Schleidens Vergangenheit.

  3. Sleidan, nach seinem Familiennamen Johan Philippsen, nahm vermutlich an der Beerdigung teil; wenigstens ist seine Anwesenheit in Schleiden am 18. Febr. 1551 durch seine Unterschrift in der Spitalsrechnung im Brüsseler Archiv belegt.

  4. In der von mir Mitteil. d. Westd. Ges. f. Familienkunde VII, 12 veröffentlichten Verschronik des Schleid. Stadtschreibers Paul Petri, Vgl. Reichskammerger.-Akten S. 2780, 66 Düsseld. Staatsarchiv; Müller a. a. O., p. 58.

  5. Darum kann auch der Eiflia illustrata I. 2, 800 genannte, 1514 geborne zweite Sohn Dietrichs, der 1548 starb, nicht in Frage kommen; bereits zu Lebzeiten des Vaters war die Erbschaft zwischen den beiden Söhnen so geteilt worden, daß Dietrich (V.) Schleiden und Manderscheid, Franz Neuerburg, Kerpen und Casselburg zugewiesen erhielt, wozu er noch durch seine zweite Gattin Bernisch, Zolvern und Differtingen erwarb. An einer dieser Stellen dürfte er auch seine Ruhestätte gefunden haben; von einer Beisetzung in Schleiden ist nichts bekannt geworden.

  6. Die zugrunde liegende Geldwertung ist folgende: 1 daler = 2 gld (gulden) 1 alb(us); 1 mark = ¼ gld; 1 gld = 24 alb; 1 alb = 12 hl (heller); 1 rad(er)alb = 1 2/3 alb = 20 hl; 1 rad stüber = 10½ hl.

  7. Über diesen vielumstrittenen Steinfelder Canonicus und die Anfänge des Protestantismus in der Grafschaft Schleiden hoffe ich demächst eine besondere Arbeit in den Annalen zu bringen. Wer weiß, wo die aufschlußreiche, „durch viele Häuser und Hände gegangene“ von Müller noch benutzte Schrift von Servatius Hyrt: Evangelicae lectiones, sich jetzt befindet?

  8. Kath. Pfarrarchiv Schleiden.

  9. Ebenda v. J. 1535, abgedruckt bei Peters p. 55.

  10. Ebenda, ohne Jahr, ungedruckt.

  11. Nur vorübergehend ist dieselbe insbesondere nach 1560 durch den Abfall des Enkels Dietrichs IV, des Grafen Dietrichs VI zum Protestantismus verdunkelt worden; nach dem Tode demselben sind sowohl die Erbfolge in Schleiden wie die im Mannesstamme in Blankenheim und in Gerolstein fortregierenden Linien des Hauses Manderscheid stets katholisch geblieben; vgl. Kaufmann, Die Reformation in der Eifel, Annalen, Heft 118, p. 63; auch Müller p. 78.

  12. Janssen bringt in seiner Geschichte des deutschen Volkes, Band VIII, 167 freilich noch weit erstaunlichere Beispiele von Gastereien an fürstlichen Höfen bei Tauf- und Hochzeitsfeierlichkeiten, zumal gegen Ende des XVI. Jahrhunderts.

  13. Über Grabmal und Sarkophag Dietrichs IV. in der Pfarrkirche zu Schleiden vgl. Heinrich Neu in den Rheinischen Vierteljahresblättern 1931 p. 410.

  14. Vgl. Sebastian Münster † 1552 Cosmografie III, 694 von der Eyfel: „Unfern der Grafschaft Manderscheid in der Herrschaft Keila, Kronenburg und Sleida macht man fürbündig gut Schmiedeeysen, man geußt auch Eysen Öfen, die im Oberland, Schwaben und Franken verkeufft werden.“





Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein, Heft 125, 1934, S. 111–116.





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